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TIPPS

--> Manchmal geht es auch ohne Antibiotika

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Aus Angst vor Nebenwirkungen und zuviel Chemie lehnen viele Eltern Antibiotika ab. Sie möchten abwarten, ob die Abwehrkräfte ihres Kindes von selbst mit den Krankheitserregern fertig werden. Oder sie setzen auf sanfte Heilmittel wie Wickel oder Wechselbäder. Solange das Kind gesund wird, hat all das seine Berechtigung. Doch es gibt Krankheiten bzw. Krankheitsstadien, bei denen Antibiotika eingesetzt werden müssen, um schwerwiegenden Spätfolgen vorzubeugen. Einige Beispiele:

- Scharlach:
Das Kind wird zwar auch ohne Antibiotika nach sechs bis acht Wochen wieder gesund, doch ganz vernichtet sein Abwehsystem die Baktierien oft nicht. Bei etwa 20% nisten sie im Herzmuskel, in den Nieren oder Gelenken. Im Laufe des Lebens kann es dadurch zu chronischen Nierenentzündung, Herzmuskelentzündung oder zu Rheuma kommen.

- Eitrige Mittelohrentzündung:
Wird dieses Leiden nicht mit Antibiotika behandelt, dringt der Eiter in den Warzenfortsatz des Ohres ein. Von dort kann er eine eitrige Hirnhautentzün-dung verursachen, die fast nie folgenlos ausheilt. Es kommt zu Lähmungen und anderen Ausfallerscheinungen wie Schwerhörigkeit oder gar Taubheit.

- Keuchhusten:
(bei nicht geimpften Babys und Kleinkindern) Ohne Antibiotika kann es zu einer Lungenentzündung kommen. Manchmal steigen die Keuchhustenerreger auch zum Gehirn auf und verursachen dort eine schwere Entzündung.
Die meisten Antibiotika werden auf chemischem Wege hergestellt, und sie haben in der Tat auch Nebenwirkungen. Doch die Nebenwirkungen der mit ihnen bekämpften Krankheiten sind weitaus schlimmer.