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Frische Luft härtet ab und schützt vor Erkältung!
Die Feststellung "frische Luft schadet nicht" gilt auch in einer Zeit, in der man die verschmutzte Luft verantwortlich macht für eine ganze Reihe von Erkrankungen, besonders der Atemwege, an denen nicht nur unsere Kinder in zunehmendem Maße mehr oder weniger leiden. Die Klage der Mutter: »Mein Kind ist immer gleich krank!«, hören Kinderärzte in ihren Sprechzimmern nur zu oft.

Wie der Bundesverband der Kinder- und Jugenärzte Deutschlands feststellt, kann die Erkältungshäufigkeit und die damit verbundene Einnahme von Medikamenten verschiedenster Art weitgehend durch eine vernünftige Abhärtung der Kinder (und auch der Erwachsenen) verhindert werden.

Schon ein kleiner Säugling sollte spätestens ab der dritten Woche "an die Luft" gebracht werden, im Kinderwagen, nicht zu warm angezogen und zu dick zugedeckt, anfangs 15 bis 20 Minuten, dann immer länger. Es genügt, ihn auf den Balkon zu stellen, nicht direkt in die Sonne und vor Regen geschützt. Die Eltern können, das Kind auch ausfahren, aber nicht während der Hauptverkehrszeiten.

In einer normal temperierten Wohnung kann das Baby bereits ruhig einmal nackt herumkrabbeln. Frei von allem Windelpack soll es sich frei bewegen. Dadurch wird die Reaktionsfähigkeit der Haut angeregt. Das ist für die gewünschte Abhärtung sehr wichtig. Trainiert werden soll die Fähigkeit der Hautblutgefäße, sich bei Wärme zu erweitern und bei Kälte zusammenzuziehen. Denn das Blut, das die Gefäße durchströmt, ist ein guter Wärme- leiter im Gegensatz zum übrigen menschlichen Organismus. Es muß daher zum ständigen Ausgleich von Wärmebildung und -abgabe den Wärmetransport übernehmen.

Dieses Gefäßtraining der Haut kann auch durch Wechselduschen (20 Sekunden warm, 20 Sekunden kalt am Anfang, nach Gewöhnung dann bis zu je einer Minute) erfolgen. Diese Prozedur sollte morgens und abends zur Regelkörperpflege gehören.

Es ist selbstverständlich, daß Kindergarten- und Schulkinder viel an die Luft gehören, bei Wind und Wetter. Richtige Kleidung ist dabei oberstes Gebot. Lieber sollte das Kind zwei dünnere Kleidungsstücke übereinanderziehen, die bei Bedarf abgelegt werden können, als einen zu dicken Pullover. Bei Kälte und Wind kann ein Schal um den Hals das Wohlgefühl erhöhen. Auf gute saugfähige Unterwäsche ist zu achten. Feuchte Kleidungsstücke möglichst bald wechseln! Das gilt auch für Schuhe und Strümpfe. Und zu Hause gilt bei der Regulierung des Heizkörperthermostates: Lieber etwas zu niedrig, als zu hoch. Es ist notfalls besser, eine Jacke überzuziehen. Die Räume müssen regelmäßig gelüftet und im Winter während der Heizperiode mit genügend Luftfeuchtigkeit versorgt werden. Dies gilt ganz besonders nachts für die Schlafräume. Die Zimmertemperatur in Wohn- und Kinderzimmern sollte 20 bis 22 Grad betragen. Wärmer sollte es auch in den Räumen der Kindergärten und in Schulzimmern nicht sein. Im Schlafzimmer genügen Temperaturen von 15 bis maximal 18 Grad. Viele schlafen auch in deutlich kühleren Räumen sehr gut. Wenn möglich, bei offenem Fenster schlafen.